[BK] Bannerdrop für die antifaschistischen Proteste am 23.2 in Pforzheim

Im Januar wurde uns folgendes Foto zugeschickt, dass einen Bannerdrop am Backnanger Bahnhof zeigt.

Das Transparent macht auf die Proteste gegen das zentrale Nazi-Gedenken in Baden-Württemberg aufmerksam. Jedes Jahr versammeln sich am 23. Februar Faschisten auf dem Wartberg in Pforzheim, um die Opfer des Bombardements für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Das Thema „Tote durch Bombenangriffe“ ist selbst 73 Jahre nach der Kapitulation der faschistischen Wehrmacht immer noch ein Anknüpfungspunkt für die faschistische Rechte, bis ins bürgerliche Lager hinein. Aus diesen Gründen ist es wichtig, das Gedenken mit entschlossenem, antifaschistischen Protest zu konfrontieren. Die Proteste der letzten Jahre haben zur Ursache, dass die teilnehmenden FaschistInnen bereits mittags auf den Wartberg gekarrt werden müssen, nur damit sie dann, von hunderten Bullen mit Wasserwerfern und Hubschraubern abgeschirmt, wirkungslos ihre menschenverachtende Propaganda abziehen können.

Daher gilt auch in diesem Jahr: Nicht lange fackeln, Nazi-Gedenken verhindern!

weitere Infos unter: http://nonazis23feb.blogsport.de/

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[BK] ConnAct Kneipe November

[BK] ConnAct Kneipe November

Am 11. November veranstalteten wir im selbstverwalteten Jugendzentrum Backnang unsere monatliche ConnAct-Kneipe. Dieses Mal stand diese im Zeichen des Jahrestages des historischen 9. Novembers.

Am 9. November jährte sich abermals die „Reichsprogromnacht“. In dieser Nacht plünderten und zerstörten faschistische Mobs tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe in Deutschland. Über 1 400 Synagogen, Betstuben und weiteren jüdischen Einrichtungen wurden in Brand gesteckt. Ab dem 10. November begann auch die Verschleppung jüdischer BürgerInnen in KZs, was den Beginn des industrialisierten Massenmordes an den europäischen Juden darstellte. Die Pogromnacht stellt den Übergang zur offen terroristischen Herrschaft der Nazis dar.

Wir zeigten bei dieser ConnAct-Kneipe den Film „Nacht über Deutschland – Novemberpogrom“, und luden im Anschluss dazu ein, den Backnanger Opfern der faschistischen Gewalt im Rahmen der industrialisierten Menschenermordung zu gedenken. Im Anschluss ließen die Anwesenden den Abend beim Thekenbetrieb ausklingen.

Weiterhin erwähnenswert ist, das AktivistInnen die Abendstunden nutzten, um öffentlich an Emanuel Feigenheimer, ein jüdischer Mitbürger Backnangs, zu erinnern. Diese Aktion wird hier dokumentiert, einschließlich mit ein paar Hintergrundinfos zum Leben Feigenheimers:

„Tot ist nur, wer vergessen wird. Diese Auffassung hat der Aufklärer Immanuel Kant vor über 200 Jahren vertreten. Eben deshalb soll an dieser Stelle aufgeklärt werden, was mit Emanuel Feigenheimers Grab passiert ist. Er war während der NS-Ära der einzige Jude Backnangs und starb 1969 in Backnang. Sein Grab wurde still und heimlich aufgelöst.

Der 1901 in Backnang geborene Feigenheimer wohnte allen Schikanen zum Trotz während des Dritten Reichs in seiner Heimatstadt. Erst im Februar 1945 musste sich der im faschistischen Sprech „Volljude“ zum Arbeitseinsatz nach Bietigheim begeben, von wo aus er in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde. Nach dem Krieg kehrte er nach Backnang zurück. Hier ist er 1969 gestorben. Seine Frau starb Anfang der 90er-Jahre.

 Als nichtarischer Arbeiter wurde Feigenheimer gemeldet. Er war am 23. Mai 1901 in Backnang geboren und war aufgrund der nationalsozialistischen Sprachregelung ein sog. „Volljude“. Von 1933 bis 1937 hielt er sich mit seiner Frau in Trier auf, da er dort Arbeit fand. 1937 kehrte er nach Backnang zurück. Von 1937 bis 1939 fand er in der Lederfabrik von Karl Robitschek Arbeit, dann wurde er entlassen. Von den örtlichen Parteistellen erfuhr er anscheinend keine Diskriminierung. Der Nazi-Kreisleiter Alfred Dirr, der gleichaltrig und ein Klassenkamerad von Feigenheimer war (mit dem er sich sogar duzte), behandelte ihn nach Meinung seiner Ehefrau mit Respekt. Jedoch bat Alfred Dirr, Feigenheimer zu einer Unterredung bei der Kreisleitung. Sichtlich unbehagt teilte er ihm mit: „Emanuel, ich kann nichts mehr machen, Wandere doch um Himmels willen aus!“

Als im Oktober 1941 für Juden im Reich Arbeitspflicht angeordnet wurde, bekam Feigenheimer von der Stadtverwaltung eine Stelle als Straßenkehrer zugewiesen. Lebensmittelkarten standen ihm nicht zu. Allerdings sahen das die Bürger anders, so schob man laut Aussage von Frau Feigenheimer, ihm immer mal wieder Lebensmittelkarten aus Kreisen der Bevölkerung zu und sie konnte auch in der Metzgerei illegal Essen beschaffen.

Am 11. Februar 1945 erhielt Feigenheimer einen Bescheid, sich nach Bietigheim zum geschlossenen Arbeitseinsatz zu begeben, denn nun sollten auch Juden aus Mischehen in ein Konzentrationslager gebracht werden. Von Bietigheim aus wurde er nach Theresienstadt deportiert, überlebte aber glücklicherweise, wenn auch stark entkräftet. Ende Mai 1945 kam er wieder nach Backnang zurück und starb 1969.“

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[RMK/BK] ConnAct-Kneipe im Oktober

Diesen Monat soll es in unserer ConnAct-Kneipe um die Situation bei uns im Kreis gehen. Seit geraumer Zeit erstarkt die faschistische Szene im Rems-Murr-Kreis. Angefangen hat es mit stümperhaft geschmierten Hetzparolen und vermehrten Auftauchen neonazistischer Sticker. Dabei beließen es die örtlichen Nazis aber nicht. Es folgten Angriffe auf Journalisten, die über rechte Umtriebe aufklären, eine „Gedenkaktion“ für den faschistischen Kriegsverbrecher und Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess und immer wieder Hetze gegen das selbstverwaltete Juze in Backnang. Vorallem selbstbestimmte, alternative Kultur, scheint den NS-Fans ein Dorn im Auge zu sein. Es wurden Flyer gegen das Juze verteilt, die Wände beschmiert oder Kot in den Briefkasten geworfen. So lächerlich und unkoordiniert viele Aktionen auch wirken mögen: Wo immer Nazis mutig werden, besteht Gefahr für alle, die nicht in ihr menschenfeindliches Weltbild passen.

Deshalb wollen wir nach einem kurzen Input zu den bisherigen Vorkommnissen gemeinsam überlegen, wie wir den Nazis etwas entgegensetzen können und was es braucht um die Faschisten langfristig im Rems-Murr-Kreis klein zu halten, um sie dahin zu verweisen, wo sie hingehören: Auf den Müllhaufen der Geschichte!
Im Anschluss gibt es wie immer die Möglichkeiten bei kalten Getränken und guter Musik entspannt zu diskutieren und den Abend ausklingen zu lassen.

Support your local Antifa!

Antifaschistische Jugend Rems-Murr
ajrmsite.wordpress.com

[RMK] Kundgebungstour und ConnAct-Kneipe zur AfD

Die Bundestagswahl steht vor der Tür und erstmals seit dem Fall des deutschen Faschismus, wird höchstwahrscheinlich eine klar rechte und rassistische Partei, die sogenannte „Alternative für Deutschland“ in das Parlament einziehen. Durch die Politik der „etablierten Parteien“, nämlich über Sozialabbau, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Gentrifizierung und Militarisierung der Polizei, spitzen sich die sozialen Gegensätze zwischen unten und oben zu, wovon die AfD, die sich als Partei des kleinen Mannes darstellt, bis heute noch profitiert. In Wahrheit stellen die Rechtspopulisten nichts anderes dar, als eine Verschärfung der jetzt schon herrschenden Gegensätze: So will sie z.B. das Arbeitslosengeld abschaffen, Frauen zurück in die rückschrittliche Hausfrauen & Mutterrolle zwingen oder die Option auf die doppelte Staatsbürgerschaft für MigrantInnen abschaffen. Der Kampf der AfD ist ein Kampf gegen unsere Interessen, egal ob wir jung oder alt sind, Frau oder Mann, seit zwanzig Jahren hier wohnen oder vor einem Jahr hierher geflüchtet sind. Wir wissen, dass wir uns nicht auf die etablierten Parteien verlassen können, denn sie lassen sich von der AfD nach rechts treiben und setzen ihre Forderungen, wie z.B. die Asylgesetzverschärfung im Parlament um. Um zu zeigen, dass wir Rassismus & Sozialabbau nicht unwidersprochen stehen lassen, haben wir eine Kundgebungstour mit Stationen im Rems-Murr-Kreis angemeldet. Die Stationen sind:

  • Schorndorf, Bahnhof ab 8.30 Uhr
  • Waiblingen, Alter Postplatz ab 10.30 Uhr
  • Backnang, Ecke Schiller-/Grabenstraße ab 12 Uhr

Abends laden wir dann in das Juze Backnang zu kalten Getränken und warmen Gesprächen, sowie einem Vortrag zur AfD aus antirassistischer Sicht. Daneben gibt es wie immer gute Musik, sowie auch Infos zur Anti-Rechtsruck-Demo am 23. September in Stuttgart.

Support your local Antifa!

 

[Waiblingen] AfD nicht meine Alternative!

AfD nicht meine AlternativeAm Sonntag, dem 10. September findet um 16 Uhr im Bürgerzentrum in Waiblingen eine AfD Wahlkampfveranstaltung mit der Spitzenkandidatin Weidel, sowie mit dem AfD-Kandidat Fest aus Berlin-Charlotten. Wir werden es nicht einfach so hinnehmen, dass diese Rechtspopulisten für ihre Partei der Reichen und Bonzen auf dem Rücken von Geflüchteten, Frauen, Migranten und Andersdenkenden Wahlkampf machen. Denn die AfD will die gesellschaftlichen Gegensätze wie Sozialabbau, Gentrifizierung und prekäre Beschäftigungsverhältnisse nicht lösen, sondern weiter verschärfen. Deswegen haben wir eine Kundgebung angemeldet und hoffen auf eure rege Beteiligung!
Achtet auf weitere Infos, kommt am Sonntag ab 15 Uhr zum Bürgerzentrum in Waiblingen und lasst uns gemeinsam den Rasissten und Ewiggestrigen klar machen, dass wir ihre Hetze nicht tatenlos hinnehmen werden!

Organize yourself – Gemeinsam als Klasse kämpfen!

 

Antifaschistische Jugend Rems-Murr
ajrmsite.wordpress.com
In Kooperation mit „organize yourself“

AFD RAUS AUS LUDWIGSBURG!

Die AfD hat sich bei ihrer Veranstaltung im Forum wohl noch nicht genug blamiert und versucht es dementsprechend erneut mit einer Wahlkampfveranstaltung in Ludwigsburg. Am 13.09. wollen der Bulle Martin Hess und die ehemalige Goldman Sachs-Analystin Alice Weidel den LudwigsburgerInnen erklären, warum die AfD ihre Interessen vertrete. Als hätten Investmentbanken und die Polizei in Deutschland noch nicht genug Einfluss. Als wären die Lügen der AfD nicht schon dreist genug kommt auch die Wahl des Veranstaltungsorts einer einzigen Provokation gleich: Direkt am Bahnhof in der Musikhalle, nur wenige Meter von migrantischen Geschäften, der städtischen Jugend und hunderten ArbeiterInnen auf dem Heimweg entfernt, will diese Hetzpartei uns erzählen, dass „die Ausländer“ unser Problem seien. Dass das eine Lüge ist und wir solche Lügen nicht hinnehmen, werden wir den AfDlern ab 18 Uhr am Bahnhof klarmachen. Im Anschluss werden wir unsere eigenen Inhalte entschlossen auf die Straßen von Ludwigsburg tragen und nochmals unmissverständlich zum Ausdruck bringen: Ludwigsburg ist unsere Stadt, nicht eure!
Schließt euch unseren Aktionen am Bahnhof und dem anschließenden Demozug an! Kein Raum für rechte Hetze, keine Ruhe für die Partei der Bonzen!

Flyer

[Herrenberg] Aller guten Megaphone sind drei oder warum wir auch nach Gültstein fahren

GülsteinFür Freitag den 21.07. hatte die AfD kurzfristig zu einem Stammtisch mit dem Rechtsausßleger Frohnmeier in Gültstein bei Herrenberg geladen. Trotz der kurzen Mobilisierung fanden sich ca. 30 GegendemonstrantInnen vor Ort ein, während sich auch das gesamte Herrenberger Polizeirevier mit knapp 20 Mann inklusive eines Hundes vor der Gaststätte positionierte.
Nachdem die Menschen dort Lautstark ihren Unmut kundtaten, eroberte die Polizei mittels einer Prügerlorgie kurzzeitig zwei unserer Megaphone, was dank unserer Überbesetzung mit drei Megas jedoch den gewünschten Effekt verzielte.

 

Nachdem zwei Tage vorher der Termin der AfD bekannt worden war, meldeten AktivistInnen aus Herrenberg eine Kundgebung an und mobilisierten in ihrem Umfeld zu dieser Kundgebung. Die Beteiligung vor allem subkulturell geprägter HerrenbergerInnen, als auch die Auswahl eines Ortes außerhalb Herrenbergs kann hierbei als Teilerfolg gewertet werden.
Inwieweit in Herrenberg zukünftig auch bürgerliche(re) Gruppierungen in solche Aktionen mit eingebunden werden können gilt es auszuloten.
So konnte jedoch grundsätzlich ein Zeichen gesetzt werden. Neben einem Redebeitrag über die Aktivitäten Frohnmeiers, konnte die Veranstaltung immer wieder mit Parolen und Sirenengeräuschen der Megaphone gestört werden. Aufgrund beinahe ausgeglichenen Verhältnisses zwischen DemonstrantInnen und Polizei waren weitere störende Elemente kaum umsetzbar. Dies wurde nocheinmal deutlich, als die Cops versuchten das Benutzen der Sirene zu untersagen und nach einer Rückkopplung eines Megaphones zwei dieser in einer Prügelorgie entwendeten. Mancher Übereifer  einzelner Cops in Form von Anstarrduellen hinterließ weitere Fragen über deren Ausbildungsstand.
Nach dem Erfolg des Megaphoneentzugs durch die Cops, griffen wir dann zum letzten bleibenden Megaphone und beendeten die Veranstaltung mit einer Spontandemonstration zum Bahnhof. Wobei wir dann erstmals bemerkten, dass auch Fehlplanungen beim Material ihre Vorteile haben können.
Insgesamt bleibt von dieser Woche für uns, dass wir im Wahlkampf nicht alle Veranstaltungen der AfD angehen oder begleiten können. Doch gerade bei Figuren wie Frohnmeier halten wir es für notwendig einen Widerstand entgegen zu bringen und deutlich zu machen, dass gerade der rechte Flügel der AfD nicht unbehelligt bleibt.  Ansonsten gilt, dass wir uns nicht von der AfD vor ihr her treiben lassen dürfen. Eigene politische Aufbauprozesse und die Vermittlung eigener Positionen darf hierbei nicht zu kurz kommen.
Jedoch kann gerade auch eine überregionale Struktur von überregionalen rechten Aktivitäten profitieren. Sie führt uns in die verschiedenen Orte und verbindet unsere Kämpfe miteinander. Womit wir die Isolierung vieler linker Gruppen auf dem Land brechen und wieder unsere gemeinsamen Stärke bewusst werden können. Finden wir als organisierte Linke wieder anhand der Praxis zusammen.
Lernen wir voneinander, streiten wir miteinander, kämpfen wir miteinander.
Die Zukunft kann uns gehören!
Hier findet ihr ein bisschen was zu Frohnmeier:
Hier noch einmal unser Bericht zur Aktion in Ludwigsburg

 

Organize yourself – Gemeinsam als Klasse kämpfen!

 

Antifaschistische Jugend Rems-Murr
ajrmsite.wordpress.com
In Kooperation mit „organize yourself“